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Hidden Forms

Digitale Intervention im Handwerk

Produktdesign

2018

Im Projekt Hidden Forms geht es um die versteckten, unaufgedeckten Potentiale des klassischen Handwerks, die durch die zum Teil automatisierten Prozesse der industriellen, standardisierten Verfahren zunehmend verloren gehen, jedoch hier durch eine digitale Intervention zur Erzeugung neuer Produktkulturen genutzt werden.

 

Der Fokus wurde auf die in handwerklichen Verfahren entstehenden einzigartigen, nicht wiederholbaren Prozessformen gelegt. Diese Prozessformen sind einerseits abhängig durch den Handwerker, also den subjektiven Parametern wie Erfahrungen, Erlerntes, Zufall, körperliche und geistige Voraussetzungen etc., sowie gleichermaßen aber auch abhängig durch die Parameter der verwendeten Materialien (bspw. der Formwille eines Materials) und der Parameter der Werkzeuge, mit dem der Handwerker einen Entwurf in ein physisches Objekt überführt.

 

Am Beispiel des Metalldrückerhandwerks wurde hier ein Verfahren entwickelt, das durch eine digitale Intervention in Form eines dauerhaften „Sichtbarmachens“ diese beschriebenen formalen Zustände des handwerklichen Herstellungsprozesses dauerhaft fixiert. Ermöglicht wird das über einen Algorithmus, welcher mit dem Grasshopper-Plugin für die Software Rhinoceros geschrieben wurde. Gleichzeitig ging es um die direkte Rückkopplung, also um die stärkere Verknüpfung im Prozess aus handwerklicher und digitaler Arbeit, da die dokumentierten digitalen Formen bereits in der Realität hergestellt und überprüft werden konnten – diese also als realisierbar und nicht als rein spekulativ verstanden werden können (im Gegensatz zu frei erzeugten digitalen Entwürfen).

 

Dieses Verfahren kann auf weitere Gewerke übertragen und dort eingesetzt werden. Gewerke oder Gestaltende können im Späteren auf diese Datensätze zurückgreifen und diese als Basis eines Entwurfs oder als Basis zur Herstellung eines entsprechenden Werkzeugs (für eben jene gewählte Prozessform) nutzen.

Copyright © 2018: Michael Braun