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»Readme.txt«

Wissenschaftsseminar an der Bauhaus Universität Weimar

Forschung/Lehre

2020

Die Theorie des Designs fokussiert nicht nur die Problem- und/oder Fragestellungen eines gestalterischen Entwurfs, sondern vernetzt diese u.a. ästhetischen und funktionalen Aspekte darüber hinaus immerwährend mit Fragen, Problemen, Phänomenen oder Ereignissen sozialer, ökonomischer, ökologischer, politischer und technologischer Kontexte. Kurzum ist Designtheorie eine Art »Meta-Disziplin« der Gestaltung, die die Phasen der Designprozesse entscheidend unter der Einbeziehung jener kulturellen Kräftefelder prägt. Anzunehmen, dass diese Diskurse der Theorie des Designs ausschließlich Designer oder Gestaltende verwandter Disziplinen anführen ist ein Trugschluss. Design aus unterschiedlichsten Perspektiven zu betrachten liefert seit jeher designtheoretische Impulse und fördert die ständige Evolution und damit Transformation der Designkulturen. Zu diesen Diskursen trägt nicht nur die Praxis (u.a. Architektur, Ingenieurwesen, Kunst, Maschinenbau) einen substanziellen Anteil bei, sondern insbesondere Disziplinen der Forschung und Wissenschaft und damit die der Theorie wie beispielsweise Philosophie, Soziologie, Anthropologie oder Psychologie.

 

Im Wintersemester 2019/20 wurden an der Fakultät Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar im Wissenschaftsseminar „readme.txt“ der Professur für Theorie und Geschichte des Design grundlegende Positionen in Form von Texten der Theorien des Designs nicht nur aus einer historischen Perspektive kennengelernt, analysiert (Texthermeneutik) und diskutiert, sondern demgegenüber mit besonderer Sensibilität in zeitgenössische und disziplinübergreifende Designkulturen überführt. Dabei ging es um die Enttarnung wesentlicher Paradigmen, die die Bedeutungsebenen bis heute im Design grundlegend prägen und darüber hinaus durch die Digitalisierung radikal erweitern bzw. neu verstanden werden können. All das wurde in einer Publikation dokumentiert:

 

Publikation

 

 

Die in der Publikation dokumentierten, studentischen Texte sind als Statements zu verstehen und wurden in Vorbereitung für jede Lehrveranstaltung von den Studierenden angefertigt. Diese Statement-Texte stellen stets einen direkten oder indirekten Bezug zu der jeweils gelesenen Literatur her und bildeten die Grundlage für die während jedes Seminartreffens stattfindenden Debatten und Diskussionen. Zentral stand bei der Anfertigung aller Texte die Herausarbeitung einer eigenen Sichtweise, bezugnehmend auf den in der Literatur behandelten Schwerpunkt bzw. auf das in der Literatur behandelte Themengebiet. Diese sollten klar und deutlich formuliert werden und zugleich eine neue wie relevante Fragestellung zum Thema aufwerfen. Wichtig war daher die Formulierung einer originären Position oder Kritik, die sprachliche Klarheit und Verständlichkeit und die Erläuterung und Veranschaulichung durch konkrete Zusammenhänge. Das Layout dieses Buchs wurde bewusst in der Ästhetik eines Notizbuchs von den Studierenden gestaltet, das dazu einlädt, eigene Notizen zu den Statement-Texten der Studierenden und zu der jeweils zugrundeliegenden Literatur vorzunehmen.

 

Neben den in diesem Buch dokumentierten Statement-Texten entstanden viele weitere Texte, die digital dokumentiert und via QR-Code zugänglich sind. Hierfür wurden Beiträge auf der digitalen Plattform „Digital Atlas“ der Professur für Theorie und Geschichte des Design veröffentlicht. Der Digital Atlas ist eine neue digitale Plattform der zeitgenössischen Designtheorie/-geschichte an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie dient der Erfassung und Bearbeitung wichtiger Beiträge und Quellen, deren nachhaltige Dokumentation zusätzliche Zugriffs- und Vernetzungsmöglichkeiten ermöglicht.

Copyright © 2020: Michael Braun